Infos der aktiven Senioren

Frauen für Frauen - Kennenlernen der Kulturen

   Laterne – Nüsse – Mandarinen – Lebkuchen - St. Martin und Nikolaus

Lohnt es sich noch darüber zu sprechen? Das kennen wir doch alles schon. Kennen wir es wirklich? Bei unserem letzten Treffen am 20.11.2019 stellten wir fest, dass wir noch längst nicht alle Legenden um die beiden Bischöfe kennen und Historisches nicht unbedingt geläufig ist. Der Martinsumzug am 11.11. mit dem „Heiligen Martin“ auf dem Pferd vorne weg und vielen Kindern mit Laternen hinterher, das kennen wir. Denken wir auch daran, dass St. Martin an diesem Tag beerdigt wurde? Welche Bedeutung hat der 11.11. noch? Die Kelten feierten an diesem Tag ihr Erntedankfest. Es wurde ordentlich gefeiert und gegessen, denn es folgte die Fastenzeit. Daher die Martinsgans. Laternen aus Rüben und Fackeln aus Stroh wurden gebastelt. Halloween hat hier auch seine Wurzeln. Der 11.11. war außerdem Zinstag. Die Bauern mussten ihre Pacht entrichten, meist in Naturalien (Gänse). Neue Verträge wurden geschlossen.

Mit der Reformation und der Ablehnung der Heiligenverehrung behielt man die Martinsumzüge bei, doch diesmal zu Ehren Martin Luthers, der am 11.11. getauft wurde. Aus dem Martinssingen wurde das Martinisingen.

Historisch belegt ist nur, dass Martin Bischof von Tours erst nach seiner Zeit als Soldat zum christlichen Glauben fand.

Nikolaus Bischof von Myra, den wir am Nikolaustag ehren, hat sein ganzes Vermögen an Bedürftige verteilt. Das ist historisch belegt. Der Legende nach legte er einem armen Mann 3 Goldstücke in der Nacht vor die Tür, so musste der seine 3 Töchter nicht in die Sklaverei verkaufen, sondern konnte sie verheiraten, weil er den Töchtern  jetzt eine Mitgift geben konnte. Wir stellen heute Stiefel vor die Tür und die Kinder hoffen auf kleine Geschenke und Süßigkeiten. Früher gab es Äpfel, Nüsse und Lebkuchen.

Die Legende der Mantelteilung und vom nächtlichen Geldsegen sind Akte der Nächstenliebe. Heute tritt die Botschaft der Nächstenliebe, der Unterstützung Bedürftiger und der karitative Gedanke der im Brauchtum steckt etwas in den Hintergrund. Kommerz ist angesagt. Leider!

Kleine Statistik am Ende: Bisher haben insgesamt 140 Frauen an unserem Gesprächskreis teilgenommen.

Wir freuen uns auf das nächste Treffen am 18. Dezember